Heimgeschichten

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Heimgeschichten

Beitrag  Der Kapitän am Mi 24 Aug 2011 - 1:23


Gewitter und die verlorenen Schlüssel
Diesmal ich gleich den ersten Eingang benutzen und nicht durch den Innenhof gehen. Vor diesem Eingang saß eine Bewohnerin auf ihrem Rollatorsitz. Vor ihr kniete ein junger Mann, der in ihren Taschen nach ihren Schlüsseln suchte. Huch? Ja, ehrlich - Sie können mich durchsuchen, sprach er, ich hatte der Dame meine Jacke gegeben, wegen des starken Regens und sie nur zum Heim begleitet. Aber jetzt sind ihre Schlüssel weg. Plötzlich fischte er die Schlüssel aus einer Jackentasche, zusammen mit drei Euro. Na, Gott sei Dank. Die drei Euro sollte er zum Dank für die Begleitung behalten. Er freute sich. Denn er war Hartz IV Empfänger und entsprechend knapp dran zum Ende des Monats. Die Dame wollte ihn auch gerne zu einer Tasse Kaffee einladen. Aber er musste noch ganz nach Lübeck, mit seinem Fahrrad und schwang sich auf selbiges, um mit leuchtenden Augen davon zu fahren.



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Opa lebt jetzt in Chiang Mai

Beitrag  Der Kapitän am Mo 14 Nov 2011 - 1:29

Ein Schweizer errichtete in Nordthailand eine Wohnanlage für Alzheimerkranke.
Zunächst nur für seine Mutter, inzwischen gibt es dort 10 Bewohner und 30 Betreuer.

http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2009/alzeimer-opa-lebt-jetzt-chiang-mai-1362


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Beitrag  Der Kapitän am Mo 14 Nov 2011 - 1:33


Hinter jeder Tür ein Schicksal

"Sie kommen, wenn pflegende Angehörige an ihre Grenzen stoßen.
Auf Unterstützung gibt es jetzt einen Rechtsanspruch."

http://www.zeit.de/2010/41/C-Beruf-Pflegeberater




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Ein Interview

Beitrag  Der Kapitän am Mo 14 Nov 2011 - 1:33

Wir werden hier mal eine Seite parken.
Da hat sich jemand an die 300 Altenheime angesehen.
Und es hört sich so an, als wäre er "begeistert" von dem, was er gesehen hat.
Er würde lieber früher, als später in ein Altenheim ziehen.

http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2011/das-wird-lustig-im-heim-11487

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Beitrag  Der Kapitän am Mo 14 Nov 2011 - 1:34


Bloß nicht ins Heim
http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2010/bloss-nicht-ins-heim-5868

Schwester Elviras Gespür für das Glück
http://www.zeit.de/2006/18/Altenpflege

Leben mit Demenz - das Pflegeheim Sonnweid bei Zürich
http://www.spiegel.de/spiegelwissen/0,1518,680225,00.html

Das Ende des Lebens ist auch Leben -
Arno Geiger verarbeitet die Alzheimererkrankung seines Vaters
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,745909,00.html

Leben am Schlauch-Magensonde
http://www.zeit.de/2009/23/M-PEG-Sonde  

Alten-WGs  
http://www.zeit.de/2008/05/Alten-WGs

Im Altenheim  
http://www.zeit.de/2010/28/Sommertipp-Pagagei    




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Beitrag  Der Kapitän am Fr 18 Jan 2013 - 16:20


Trautes Heim – Seniorenheim in Rümänien - 2010
http://www.zeit.de/2010/32/Rumaenien-Altenheim

Schlaflos im Pflegeheim - 2008
http://www.zeit.de/online/2008/34/Altenpflege

Material Vater – Arno Geiger
http://www.zeit.de/2011/08/L-B-Geiger

Altenheim in Breitenberg - 2011
http://www.zeit.de/campus/2011/03/altersheim

Seniorengrafitti  - 2009
http://www.zeit.de/2009/19/WOS-Seniorengrafitti

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Pflegeberater

Beitrag  Der Kapitän am Mo 29 Dez 2014 - 23:16


Beruf mit Zukunft: Pflegeberater
http://www.zeit.de/2010/41/C-Beruf-Pflegeberater





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Eine Heimgeschichte ...

Beitrag  Der Kapitän am Mo 8 Mai 2017 - 18:52

Okt. 2014

am Abend des verrückten Donnerstags wurden wir von einer alten Dame begleitet, die ihre Schwester im Heim besucht hatte. Die Dame wusste gar nicht genau, wo sie war und wir nahmen sie mit. Sie konnte kaum laufen, weil ihre Füße so weh taten und sie kippte immer zu den Seiten weg. Plötzlich hatte Sladdi eine Idee und die Dame hielt sich an dem einem Rollatorgriff mit fest. Wow! Da ging`s besser. Sie hat zwar einen Rollator im Keller stehen, der aber viel zu schwer ist und niemand kann ihr tragen helfen. Aber mit Stock mag sie noch nicht gehen, vielleicht später. Sie sei doch erst 84 Jahre alt.

Kommentar: die Menschen sind ja so toll und verleugnen lieber, wenn sie einen Stock brauchen. Sladdi ist in der Pflicht nüchtern zu bleiben. Sie erlebt da in ihrem Umfeld lauter sentimentale Geschichten. Wenn sie nicht nüchtern bleibt, landet sie auf Nialba, dem Planet der Leiden. Undank ist der Welten Lohn. Sladdi wird gehasst, weil sie die Sentimentalität in Frage stellt. Weil sie ihr Wunschbild von sich selbst nicht bestätigt. Solche Unerquicklichkeiten haben wir jetzt. Vor solchen Unerquicklichkeiten läuft Devino noch weg. Der schweizer Kollege hat noch gar nicht mitgekriegt, dass es solchen Unerquicklichkeiten gibt.

Alltagsunterschiede billig als Mensch machen. Ökonomisch. Sladdi ist nie zum freien Willen gekommen. Sie hatte bisher nie die Muße. Aber sie soll sich jetzt nicht zusätzlich einen Kopf darum machen. Sie wird schon genug konfrontiert durch die Telefonate jeden Tag. Wir arbeiten u.a. am Thema Moppeligkeit und Waschmaschine. Die Menschen arbeiten die Dampflokunterschiede für Odin aus. Und Sladdi arbeitet mit der Sophia, die Tierhaltungen studieren möchte. Die Menschen widmen Odin ihr Leben. Gleichnis und Bildnis für Odin ausarbeiten.

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Zwei Begegnungen ...

Beitrag  Der Kapitän am Mo 16 Okt 2017 - 12:44

letzte Woche sah ich eine Heimbewohnerin in unserer Ladenreihe und wollte grüßend weitergehen.
Aber sie steuerte auf mich zu, um zu fragen, wie es meiner Mutter geht. Na ja, den 89 Jahren entsprechend.
Oh? Die besagte Heimbewohnerin war erst 82. Als sie damals in eine Seniorenwohnung zog, hatte sie
den Job übernommen, den Geburtstagskindern die obligatorische Pflanze zu bringen, samt Kuchen und Kerze.
Inzwischen hat sie den Job aufgegeben.

Und dann berichtete sie von bevorstehenden Umbaumaßnahmen in großem Stil. Man hätte ihr schon gesagt,
ihre Möbel müssen ausgelagert werden während der Umbauarbeiten. Die Seniorenwohnungen bekommen einen
neuen Fußboden und Bad und Küche neu. Ihr graute davor und sie befürchtete sogar, selber eventuell in einen
anderen Ort ausgelagert zu werden. Was natürlich wegen ihrer Ärzte ein Unding wäre. Sie braucht doch
"ihre" Ärzte. Hüstel.

-
Und gestern sahen wir eine noch ältere Heimbewohnerin von weitem mit ihrem Rollator spazierengehen.
Oh Mann, wir hatten sie länger nicht gesehen und ihr Name fiel uns nicht mehr ein, erst als wir auf dem Rückweg
direkt aufeinander zugingen wussten wir ihren Namen wieder. Die Sonne blendete und sie hatte Mühe, uns
einzuordnen. Wenn sie früher mal unseren Weg kreuzte rief sie uns immer strahlend zu: Gucken Sie mal, ich lebe
immer noch! Im November wird sie 99. Ihre Tochter wohnt nicht in Hamburg, die soll auch bei ihrem Mann bleiben.
Man muss die "Jugend" in Ruhe lassen, so war ihre Einstellung. Wir kennen noch einen Heimbewohner,
der wird im November 100 Jahre alt.


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Unruhe

Beitrag  Der Kapitän am Sa 11 Nov 2017 - 9:56


Unruhe
Ein Mobilé mit Schmetterlingen. Plötzlich hing es da
und niemand wusste, wer der Überbringer war. Manchmal ist es
super wichtig und wird den ganzen Tag nicht aus dem Auge gelassen.
Aber manchmal auch nicht. Das eine Auge sagt schon Bescheid, wenn wir
die Schmetterlinge zum Tanzen bringen sollen. Es wird dann so groß, als
wollte es das fehlende Auge ersetzen. Es findet sich niemand mehr,
der das Glasauge einsetzen könnte. Die drei Teddybären
überm Bett müssen übrigens mittanzen.




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Nachlese

Beitrag  Der Kapitän am Fr 5 Jan 2018 - 10:07

Fundsache ...



Auf dem Weg ins Heim hatten wir eine Begegnung:
eine junge Frau stellte sich uns in den Weg, strahlte uns an
und fragte, ob sie uns mal stören dürfe. Stören?

Ob sie uns was schenken dürfe -
und hielt uns 2 Päckchen mit diesen roten Niederegger-Herzen hin,
sowie 2 rote Grußkarten von der SPD.
Für meine Mutter und für mich.
Und dann? war unsere Frage.

Sie wollte uns wirklich nur was schenken und war sogar froh,
dass sie das los werden und damit ihre Mission beenden konnte.
Dann wünschte sie uns schöne Weihnachten und blickte uns "eine Ewigkeit"
mit ihren großen dunkelbraunen Kulleraugen an, als würde da irgendwas ablaufen.





Gibt es einen Weihnachtsmann?
https://www.youtube.com/watch?v=Xer5_1AsoO4

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Beitrag  Der Kapitän am Mi 31 Jan 2018 - 7:29

1. Okt. 2014

Dachschindel

Wow!
Im Innenhof der Seniorenwohnanlage
wurde ein kleiner hölzener Pavillon errichtet
und er hat ein Dach, mit richtigen kleinen
Dachschindeln.

Wink
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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 7:53


Okt. 2014

Unerquicklichkeiten

Ein Grundverständnis vom Leben? Sladdi hat das, sprach der Onkel, aber sie denkt, sie hätte keins, dabei hämmert sie einen Telefonrhythmus hin, mit einem unglaublich präzisen Odinwillen. Dann ging`s um eine Heimgeschichte: am Abend des verrückten Donnerstags wurden wir von einer alten Dame begleitet, die ihre Schwester im Heim besucht hatte. Die Dame wusste gar nicht genau, wo sie war und wir nahmen sie mit. Sie konnte kaum laufen, weil ihre Füße so weh taten und sie kippte immer zu den Seiten weg. Plötzlich hatte Sladdi eine Idee und die Dame hielt sich an dem einem Rollatorgriff mit fest. Wow! Da ging`s besser. Sie hat zwar einen Rollator im Keller stehen, der aber viel zu schwer ist und niemand kann ihr tragen helfen. Aber mit Stock mag sie noch nicht gehen, vielleicht später. Sie ist doch erst 84 Jahre alt.

Kommentar: die Menschen sind ja so toll und verleugnen lieber, wenn sie einen Stock brauchen. Sladdi ist in der Pflicht nüchtern zu bleiben. Sie erlebt da in ihrem Umfeld lauter sentimentale Geschichten. Wenn sie nicht nüchtern bleibt, landet sie auf Nialba, dem Planet der Leiden. Undank ist der Welten Lohn. Sladdi wird gehasst, weil sie die Sentimentalität in Frage stellt. Weil sie ihr Wunschbild von sich selbst nicht bestätigt. Solche Unerquicklichkeiten haben wir jetzt. Vor solchen Unerquicklichkeiten läuft der eine noch weg und der andere hat noch gar nicht mitgekriegt, dass es solche Unerquicklichkeiten gibt.

Alltagsunterschiede billig als Mensch machen. Ökonomisch. Sladdi ist nie zum freien Willen gekommen. Sie hatte bisher nie die Muße. Aber sie soll sich jetzt nicht zusätzlich einen Kopf darum machen. Sie wird schon genug konfrontiert durch die Telefonate jeden Tag. Wir arbeiten u.a. am Thema Moppeligkeit und Waschmaschine. Die Menschen arbeiten die Dampflokunterschiede für Odin aus. Und Sladdi arbeitet mit der Sophia, die Tierhaltungen studieren möchte. Die Menschen widmen Odin ihr Leben. Gleichnis und Bildnis für Odin ausarbeiten.




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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 7:54

Anno 2013


Bärenstark

Die Stehaufmännchen. Immer mal sieht es nach einem Ende aus, aber
dann geht`s doch wieder weiter. Die Menschen mit dem starken Herzen.
Sie möchten gerne, aber sie können nicht gehen von dieser Welt. Hundert
Jahre alt werden? Ich würd ja gerne hunderzwölf werden, aber nicht in
einem Heim. Immer schön in der eigenen Wohnung. Zwischendurch
gibt`s dann mal einen neuen PC.




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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 7:56

Anno 2008

Ein Projekt

Eine Veranstaltung für Bewohner und deren Angehörige des Alten- und Pflegeheims. Es wurde ein Projekt begonnen, um sich besser um die Sterbebegleitung kümmern zu können. Die Tendenz geht dahin, dass die Menschen immer später erst in Altenheime gehen. Der Gesetzgeber fordert, dass die häusliche Pflege erstmal ausgeschöpft wird. Viele (alle?) Krankenhäuser wurden privatisiert und die Bettenzahl reduziert. Die Patienten der Krankenhäuser werden im Gegensatz zu früher sehr schnell wieder entlassen und oft werden die Schwerkranken im Pflegeheim eingeliefert und versterben dort nach kurzer Zeit. Das Personal der Alten- und Pflegeheime hat somit immer mehr Sterbefälle zu betreuen. Es fehlte aber bisher die nötige Ausbildung. Das soll anders werden. Und auch das Personal selber bräuchte Unterstützung, bzw. seelische Entlastung, um mit diesen vermehrten Sterbefällen fertig zu werden. Bin ganz erfüllt von den Referaten und vielen Zwischenfragen.

Auf der Veranstaltung lagen Broschüren aus:
"Wir wissen, dass Mitarbeiter in der Pflege oft einen außerordentlich großen Selbstanspruch und
hohe Erwartungen an die eigene Belastbarkeit haben. Das kann zu einer Überbeanspruchung führen.
Deshalb ist es wichtig, die Außenansprüche und die Ansprüche, die man selbst an sich stellt, gut
auszubalancieren. Um ein Ausbrennen (Burn-out-Syndrom) zu verhindern, ist es wichtig, das Verhältnis
"Anspruch von außen - Selbstanspruch" und "Belastung - Entlastung" immer wieder zu thematisieren."




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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:00


Januar 2014

Achtung, Satire!

Hallo Ihr Lieben,
jetzt komm ich Euch mal mit einer Satire,
hab grad einen Rappel und finde alles so furchtbar,
was den Heimalltag betrifft, auch die stickige Luft in den Fluren ...  

Unsterblichkeit
eine Familiengeschichte - von Dietmar Bittrich
http://www.kgsberlin.de/archiv/eintrag/art74485.html



Dietmar Bittrich lebt in Hamburg.
Er schrieb unter anderem "Das Gummibärchen-Orakel",
den Satsang-Guide "Die Erleuchteten kommen" und
das aktuelle "Weihnachtshasser-Buch".

Infos und weitere Bücher auf:
http://www.dietmar-bittrich.de



"Großonkel Joseph war nicht allein mein Erbonkel, sondern auch der Erbonkel zahlreicher anderer Mitglieder unserer spirituellen Familie. Wir machten ihm regelmäßig unsere Aufwartung. Nach zwei missglückten Affären und einer kurz vor der Heirat gelösten Verlobung hatte Joseph mit vierzig beschlossen, sein Leben als Junggeselle zu verbringen. Auf dem schwarzpolierten Bechstein-Flügel, an dem er mit brüchigem Organ Fragmente von Schubert-Liedern anstimmte, standen das goldgerahmte Foto eines Schäferhundes, den er als den besten Freund seines Lebens bezeichnete, und das Porträt eines Reitpferdes, das ihn nach zwei treuen Jahrzehnten abgeworfen hatte, weshalb ich ihn nur hinkend kenne. Meine Mutter, seine Nichte, hatte ein Foto unserer Familie dazu gestellt sowie ein Büchlein mit Sprüchen von Osho. Joseph scherte sich leider nicht um die geistige Welt. Er war ein großer Mann mit raumgreifenden Gesten und polternder Stimme, die er auch in Straßenbahnen und Restaurants nicht dämpfte. Am liebsten ereiferte er sich über Politik. Dann ruderte er wie ein Windrad mit den Armen und streute dabei die Asche seiner unerschöpflichen Zigarre über die Zuhörer. Jeder hatte binnen kurzem heraus, dass seine Vorträge durch Einwürfe oder Widerspruch nicht abzukürzen waren. So hörten wir schweigend zu und lächelten das ergebene Lächeln der Nachgeborenen. Meine Mutter, die viel mit Engeln arbeitet, hatte die Losung ausgegeben, er sei eine höhere Persönlichkeit. „Drückt nur die Daumen, Kinder“, sagte sie eines Tages, „dass er nie und nimmer ins Heim muss.“

Nach einer längst überholten Tradition ehrbarer Kaufleute hatte Joseph sein Leben lang an der Gewohnheit festgehalten, Arztkosten aus eigener Tasche zu begleichen. Versicherungen hielt er für Betrugskartelle. Nun, mit achtzig, würde keine Krankenkasse ihn mehr als Mitglied aufnehmen. Und müsste er in ein Pflegeheim ziehen, würden bei den unverschämten Tagessätzen seine Millionen in wenigen Jahren dahinschmelzen. Am Ende würden wir einen Brief vom Sozialamt erhalten und an seinem Unterhalt arm werden. Das mussten wir auf feinstoffliche Art verhindern. An einem Sonntag im Oktober erwachte Joseph aus einem dumpfen Mittagsschlaf und glaubte, die Aura der Gegenstände und Zimmerpflanzen sehen zu können. Er berichtete von der vibrierenden Unschärfe aller Konturen, als meine Mutter sich am Abend telefonisch nach seinem Wohlergehen erkundigte. Seine Sprache war so verworren, dass sie kaum dahinter kam, was er meinte. Einer ängstlichen Eingebung folgend, flehte sie ihn an, die Füße hochzulegen, und fuhr zu ihm, um seine Bettruhe zu überwachen. Am nächsten Tag hatte er die gewöhnliche Sicht der Dinge wiedererlangt. Zweieinhalb Monate später, beim Weihnachtsessen, beschuldigte er meine Mutter, die Gans mit verdorbenen Maronen gestopft zu haben, da sie ihm Lippen und Zunge betäubten. Wir, die ihm gegenüber saßen, wurden Zeuge, wie die rechte Hälfte seines Gesichts ins Rutschen kam. Es sah aus wie ein in Zeitlupe zusammenstürzendes Hochhaus: die Fassade scheint als Ganzes abwärts zu gleiten und wahrt im Absacken noch für einen würdigen Augenblick ihre Gestalt, bevor sie sich in Staub und Trümmern auflöst. Wir nötigten Joseph, sich auf die Couch zu legen. Doch auch dieser Anfall ging spurlos an ihm vorüber. Als sensitive Menschen wussten wir, dass es Zeit war zu handeln.

Als im Februar ein Regenschauer Bürgersteige und Straßen mit einer Eisschicht bedeckte, fiel uns ein, dass unser Großonkel sich viel zu selten die Beine vertrat. „Es ist nicht gut, dass er immer drinnen hockt“, sagte meine Mutter. Reihum riefen wir ihn an, um ihn zu einem Spaziergang zu ermutigen. Schließlich raffte er sich tatsächlich auf. Mit pochenden Herzen saßen wir in den folgenden Stunden neben dem Telefon. Keiner von uns war an diesem Tag ohne blaue Flecken oder verstauchte Handgelenke davongekommen. Auf den spiegelglatten Straßen waren scharenweise Menschen gestürzt und unter die Räder geraten. Nicht einmal die mit Ketten ausgerüsteten Krankenwagen konnten sich unfallfrei über die eisglasierten Flächen bewegen. Nun warteten wir auf den erlösenden Anruf. Der kam gegen achtzehn Uhr. Onkel Joseph dankte uns für den guten Rat. Er sei nach einem wackeren Gang erquickt und froh heimgekehrt und fühle sich durch die frische Winterluft wohltuend gestärkt. Zu Ostern spendierten wir Onkel Joseph ein Shampoo, damit er sein Geld nicht immer zu der jungen Friseurin trug, die sich ganz offensichtlich bei ihm einschmeichelte. „Alte Menschen müssen aktiv bleiben“, sagte meine Mutter. „Es ist besser für ihn, wenn er seine Haare selber wäscht.“ Und damit es danach schnell wieder trocken würde, schenkten wir ihm obendrein noch einen Fön.

Mein elektrisch versierter Vetter, auch als Deeksha-Geber erfolgreich, installierte eine neue Steckdose im Badezimmer und erklärte Onkel Joseph, dass man einen Fön am besten in der Badewanne benutzt, damit man es von allen Seiten schön warm hat. Unser Großonkel fand das überzeugend und hielt sich fortan daran. Es bekam ihm gut. An einem schwülen Nachmittag Ende August durchfuhr Onkel Joseph der Blitz eines unsichtbaren Gewitters. Er saß im Lehnstuhl und hatte das Gefühl, auf einmal ans Polster genagelt zu werden. Der zweite Blitz ließ ihn nach hinten umkippen. So fand ihn meine Mutter am Ende eines Tages voll vergeblicher Anrufe. In Bad Bevensen, einer deprimierenden Ballung von Krankenhäusern, Rehabilitationsstätten, Thermalbädern, Fastenkliniken und Seniorencafés erlebte unser Onkel fortan die unerbittliche Routine eines Pflegeheims. Sein Zimmer teilte er mit einem stumm dahindämmernden Herrn namens Marotzke. „Statt dass er sich schon mal reinkarnieren kann, wird sein Leben dort in die Länge gezogen“, klagte meine Mutter. „Und das auf seine eigenen Kosten! Noch hat er Geld …“ Im Wahn, er könne nach ein paar Wochen der Rehabilitation das Heim wieder verlassen, weigerte der Onkel sich zu allem Überfluss, seine teure Wohnung zu kündigen. Wenn wir ihn besuchten, lag er in wächserner Starre da und stierte an die Zimmerdecke. Doch sobald er uns wahrnahm, belebten sich seine Züge und er begann, uns einen seiner berüchtigten Vorträge zu halten.

Nach einigen Monaten ereiferte er sich beinahe wie früher, noch verworrener zwar als zuvor, doch brachte er es immerhin fertig, mit den Armen zu fuchteln und dabei Telefon und Saftglas vom Nachttisch zu fegen. Es war ein Jammer, mit anzusehen, dass er unserem Einfluss entzogen war und sich dabei noch erholte. Wir machten uns Vorwürfe, dass wir nicht eher eingegriffen hatten. „Man hat einfach nicht die Zeit“, seufzte meine Mutter, „sich so um die alten Menschen zu kümmern, wie es nötig wäre.“ Im Herbst bekam der Onkel einen Rollstuhl, der teurer war als ein Kleinwagen und den er ebenfalls selbst bezahlte. An sonnigen Tagen mussten wir ihn nun über die ebenen Wege des Kurparks schieben. Es schien in dem ganzen Ort weder Hügel noch Treppen zu geben, und sogar die flachsten Teiche waren von unüberwindlichen Mauern umgeben.

Onkel Joseph genoss die frische Luft und die Sonne und gewann auf gespenstische Weise seine Vitalität zurück. Durch unverständliche Ausrufe und herrisches Gestikulieren wies er die Richtung, in die er gefahren werden wollte. Meine Mutter hatte beobachtet, dass er sogar im Schlaf mit den Armen ruderte. Meine Kusine, die aufgestiegene Meister channelt, kam auf die wunderbare Idee, ihm zum ersten Advent eine Kerze mitzubringen, auf dass er ein Licht habe in dieser dunklen Zeit. Der Onkel hasste Weihnachten. Er hasste auch die Lieder, die wir ihm sangen, während seinem stummen Zimmergenossen Marotzke Tränen der Rührung in die Augen traten. Ich bin sicher, Onkel Joseph hasste auch die Kerze, die wir ihm auf den Nachttisch stellten. Bevor wir uns verabschiedeten, zündeten wir sie an. Um ganz ehrlich zu sein, war ich es, der sie anzündete. Meine Kusine aber war es, die sagte: „Du solltest jetzt ein wenig schlafen, Joseph.“ Und dabei betrachtete sie die langen Ärmel seines Nachthemdes.

Wir wanderten zurück durch den langen Gang mit den verschlossenen Türen, hinter denen sich nichts regte, vorbei am Zimmer der Nachtschwester, die uns hinter der Scheibe nicht einmal wahrnahm. „Man soll ja ins Licht gehen, wenn man sein leibliches Kleid ablegt“, sagte mein Vetter, der sich gut mit Nahtod-Forschung auskennt. „Ich kann ihn dann ja auch channeln“, sagte meine Kusine.
Als wir uns unten vor dem Haus umdrehten, war es mir, als sähe ich bereits den Schein des Feuers im Fenster. Wir fuhren schnell heim, um eine spirituelle Adventsfeier im Kreis der Erbengemeinschaft zu halten. Am späten Abend rief meine Mutter im Pflegeheim an; doch weder auf der Station noch im Zimmer unseres Onkels nahm jemand ab. Meine Mutter nickte vielsagend. Wir verbrachten die Nacht in schlafloser Unruhe. Am Vormittag ereilte uns die schreckliche Nachricht. Bei einem Fluchtversuch mit dem Rollstuhl habe unser Onkel eine Kerze umgestoßen, die neben seinem Bett brannte. Das sofort ausgebrochene Feuer sei zwar von der Sprinkleranlage gelöscht worden. Doch für einen Heimbewohner sei jede Rettung zu spät gekommen.

Den ganzen Tag saßen wir bedrückt und wortlos beisammen. „Eigentlich“, sagte meine Mutter, „müsste die Familie Marotzke uns etwas abgeben von ihrem Erbe.“ Aber den Gedanken, die Familie anzusprechen, haben wir bald wieder fallengelassen. Das ist sechs Jahre her. Noch heute stellen wir uns immer wieder vor, wie die Marotzkes in Saus und Braus leben, und zwar dank unserer Fürsorge, während Onkel Joseph längst zum Sozialfall geworden ist und uns mit seiner Unsterblichkeit langsam und unwiderstehlich in den Ruin treibt."

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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:02


Aug. 2013

Die kleine Elfe

Als ich das Zimmer des Protokollarischen betreten wollte,
leuchtete mir seine blanke Rückseite entgegen, er wurde
gerade für die Nacht zurecht gemacht. Der Pfleger hantierte
im Badezimmer noch mit Wasser und das Mütterlein passte auf,
dass ihr Ehemann auch ja so liegenblieb.

Ich sollte mich erstmal draußen auf die Terrasse setzen.
Da kam sofort eine Bewohnerin zu mir, barfuß und im Nachthemd.
Sie huscht immer wie eine kleine Elfe durch die Gänge
und geht in alle Zimmer, was nicht immer so gut ankommt.
Die Dementen können untereinander ganz schön grausam sein.

Aber ich freu mich, wenn ich sie sehe und
sage zu dem ängstlichen Mütterlein, das wäre doch ein Schutzengel.
Sie hat Angst, es könnte jemand Fremdes an den Schläuchen ziehen.

Ich fragte die kleine Elfe, ob das nicht pikst, wenn sie draußen barfuß läuft.
Nein, das pikst nicht, sie möchte noch ein bißchen hin und her gehen.
Zum Schluss wollte sie wissen, ob ich heute mal alleine da sei.
(Notizen vom August 2013)




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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:04


Protokoll

Vom 7. 2. 2006

(wird hier mal geparkt im Zuge von Aufräumarbeiten)

Bericht zur Lage der Nation:

Am Morgen erhielt ich einen Anruf und dann schüttete jemand sein Herz aus. Jeden Tag 2x besucht sie ihren Ehemann im Pflegeheim. Er ist 82 Jahre alt und ist quasi ans Bett gefesselt. Mit einem Dauerkatheder oder wie sich das nennt und einem immer gut sichtbaren Urinbeutel am Bett hängend. Aber die eigentliche Ursache ihres Kummers liegt in der Scheiße begraben. Denn irgendwann ist es bei vielen alten Menschen soweit, dass sie sich selbst "bekoten", wie es offiziell heißt und wie wir mal in einem Vortrag erfuhren. Das wusste ich bis dahin noch nicht. Aber es entspricht wohl der Tatsache, dass die alten Menschen sich zurückentwickeln und irgendwie wieder zu Säuglingen werden.

In letzter Zeit war es fast täglich so, dass sie einen völlig verschmierten Ehemann vorfand. Und selbst, wenn die Pflegekräfte ihn zurechtgemacht hatten, hingen ihm noch Reste der Scheiße in Ohren, Nase, an den Händen und unter den Fingernägeln sowieso. Das Personal ist völlig überfordert. Als sie gestern morgen eine Schwester auf den Zustand der Ohren ansprach, war die Antwort, da müsste man wohl mal Q-Tips besorgen ...

Ave Maria!





Bericht am 30. 4. 2011
5 Jahre sind ins Land gegangen und er liegt immer noch dort,
allerdings hat sich das obige Problem wegen zunehmender Ungelenkigkeit inzwischen erledigt.
Zusätzlich hält er in jeder Hand ein Kuscheltier und ist somit eigentlich außer Gefecht gesetzt.
Nur in sehr großen Abständen gelang es ihm trotzdem noch mit den Schläuchen zu spielen
und den Blasenkatheter rauszureißen, die Magensonde aber noch nicht.
soweit dieser Bericht zur Lage der Nation ...


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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:09

Notizen vom 6. Oktober 2013

Heimgeschichten - so sind sie

Die täglichen Wege ins Heim sind manchmal eine ziemliche Herausforderung,
heute z.B. ging ein Mann vor uns, der sich dauernd nach uns umdrehte,
als würde er von uns verfolgt werden.

Als ich im Lottoladen war, um die Zeitung für eine Bewohnerin zu kaufen
(jeden Samstag), wartete das Mütterlein draußen und ein Radfahrer raste auf sie
zu und wollte sich noch zwischen sie und die Schaufensterscheibe quetschen, was aber
technisch gar nicht möglich war, da sie direkt an der Schaufensterscheibe stand.

An der Ampel wartete eine Menschentraube, aber keiner hatte gedrückt.
Als wir gehen konnten, ging die Traube zu acht nebeneinander, keiner wollte Platz machen.
Und an der Tankstelle brausen die Autos raus, ohne nach rechts und links zu gucken.
So sind die Zeiten ... da helfen keine Pillen, da hilft nur ganz viel Liebe.

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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:10


Nächstenliebe
Wie du mir, so ich dir. Immer nur das Beste. Nachbarschaftshilfe.
Fahrgemeinschaften. Ehrenamtliche Helfer gesucht, um die Heimbewohner
spazieren zu fahren oder um ihnen was vorzulesen. Singen geht auch. Gute Laune
verströmen. Oder einfach nur zuhören. Die Schwerhörigen brauchen Menschen,
die ihnen zuhören können. Bloß keine schwierigen Fragen stellen.
Lieber mal die Klappe halten. Hihi ...




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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:11

Febr. 2012

Befindlichkeiten

Wir sind mit Heim-Virus Symptomen aufgewacht. Das grassiert da wohl die dritte Woche. Für Buddha sind das natürlich Befindlichkeiten. Der Körper ist ein anderes Element. Kein Gefühl. Gefühl findet im Gehirn statt. Es kommen kollektive Sachen rein. Sich fragen: Magen-Darm-Problem, ist das die Wirklichkeit? Das Gefühl macht keine objektive Zuordnung. Indizien sammeln. Alle sind extrem zugemüllt. Wenn ich den Müll nicht beseitige, dann belaste ich auch meine Umgebung.

Sladdi hat sich für heute bei der Protokollarischen abgemeldet. Das war natürlich auch falsch. Den Psychokram sollten wir gerade draußen verteilen. Nein, machen wir nicht. Abgelehnt. Wir sind Protestant. Es wurde an den schweizer Kollegen erinnert: er sollte nicht bis an den Grund der Stille gehen wollen. Stichwort negatives Ego: aufhören nachzuhaken. Nicht die Moral von der Geschicht haben wollen. Wenn wir nicht mehr hinterherkommen, ist das der ideale Zustand. Das negative Ego soll ja gar nicht hinterherkommen. Es soll sterben. Jawohl.

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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:12


Erinnerung
Sich erinnern, statt zu vergessen. Die Vergesslichkeit kommt ungefragt daher.
Was willst du? Wer hat dich gerufen? Niemand. Überforderung durch Personalabbau.
Keine Zeit um Händchen zu halten. Wo bleibt die Menschlichkeit? Auf der Strecke.
Zum Leidwesen der Heimbewohner. Es lebe die Menschlichkeit. Jawohl.




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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:13


Jan. 2008

Eine sehr kleine Heimgeschichte

Handy unterm Po

Die Protokollarische hörte ein seltsames Piepsen,
als sie beim Protokollarischen im Pflegeheim war.
Und als sie den Tönen nachging, fand sie ein Handy unter seinem Po.
Das war einer Schwester beim Lagern aus dem Kittel gerutscht.
Die hatte das Handy schon verzweifelt gesucht ...
(schade, dass er das Handy nicht vollgeschissen hat,
sprach die Protokollarische später am Telefon)




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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:15


Wünsche erfüllen?

Notizen ...

dem Sterbenden Wünsche erfüllen? Das wäre Manipulation.
Das Lebensumfeld dematerialisieren? Die eigenen Gefühle erkennen
und abarbeiten aufgrund der Gefühle. Die Gegenstände werden immer mehr,
auch wenn man sie wegwirft. Sie wollen Patienten Wünsche erfüllen,
aber die Patienten wollen ihre Ruhe haben (Grundsatz).

Wenn man schräge Ambitionen hat, kann man ja stattdessen mal
in ein Andrea Berg Konzert gehen, dann ist man für lange Zeit kuriert.

study


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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:19


Was ist Geronto-Psychiatrie ?

Zitat:
"Geronto-Psychiatrie ist eine Wissenschaft des Alters.
Sie beschäftigt sich mit psychischen Erkrankungen, die
häufig erst im Alter auftreten. Insbesondere seien hier
genannt: alle Arten von Demenzen, Delirien,
Schizophrenien, Depressionen.

In unserer Gesellschaft wird es in Zukunft immer mehr dementiell erkrankte Menschen geben,
welche sehr hoch betagt und dennoch körperlich sehr aktiv sind. Die Geronto-Psychiatrie weist
Wege auf, diesen Menschen gezielt zu helfen. Im Vordergrund steht hier: Ressourcen- und
Kompetenzorientiert mit den Erkrankten umzugehen." gelesen im Nov. 2005




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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:21




 "Das Ende des Lebens ist auch Leben"
In dem Bestseller "Der alte König in seinem Exil"
verarbeitet Arno Geiger die Alzheimererkrankung seines Vaters.
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,745909,00.html

Zitat: Die strahlenden Gesichter, die sind für ihn wichtig.
Über die Jahre haben wir gelernt, dass weiterhin etwas wie
Normalität möglich ist. Und auch Glücksmomente.

sunny


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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:23

Anno 2008

Ein Abend für Angehörige

Eine Veranstaltung für Bewohner und deren Angehörige des Alten- und Pflegeheims.
Es wurde ein Projekt begonnen, um sich besser um die Sterbebegleitung kümmern zu können.

Die Tendenz geht dahin, dass die Menschen immer später erst in Altenheime gehen.
Der Gesetzgeber fordert, dass die häusliche Pflege erstmal ausgeschöpft wird.
Viele (alle?) Krankenhäuser wurden privatisiert und die Bettenzahl reduziert.
Die Patienten der Krankenhäuser werden im Gegensatz zu früher sehr schnell wieder entlassen
und oft werden die Schwerkranken im Pflegeheim eingeliefert und versterben dort nach kurzer Zeit.

Das Personal der Alten- und Pflegeheime hat somit immer mehr Sterbefälle zu betreuen.
Es fehlte aber bisher die nötige Ausbildung. Das soll anders werden.
Und auch das Personal selber bräuchte Unterstützung, bzw. seelische Entlastung,
um mit diesen vermehrten Sterbefällen fertig zu werden.
Bin ganz erfüllt von den Referaten und vielen Zwischenfragen.

Auf der Veranstaltung lagen Broschüren aus:
"Wir wissen, dass Mitarbeiter in der Pflege
oft einen außerordentlich großen Selbstanspruch
und hohe Erwartungen an die eigene Belastbarkeit haben.
Das kann zu einer Überbeanspruchung führen.
Deshalb ist es wichtig, die Außenansprüche und die Ansprüche,
die man selbst an sich stellt, gut auszubalancieren.

Um ein Ausbrennen (Burn-out-Syndrom) zu verhindern, ist es wichtig,
das Verhältnis "Anspruch von außen - Selbstanspruch"
und "Belastung - Entlastung" immer wieder zu thematisieren."

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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:24

in seinem letzten Lebensjahr ...

The neverending Story

Klappe die Wievielte?
Der Herr Papa musste erneut ins Krankenhaus. Einwand:
aber dann kommt er ja wieder mit dem Krankenhauskeim zurück.
Nützt nix. Die Heimärztin hat das angeordnet. Sie sagt, es muss sein.
Es geht nicht anders. Das Husten und Spucken wollte nicht aufhören
und es wurde dann ein Krankentransport bestellt. Samstag also ab
ins Krankenhaus. Sie müssen sich aber Schutzkleidung anziehen,
sprach die Stationsschwester. Geht das schon wieder los.

Freitag sah es noch kritisch aus.
Als wir ihn Samstag besuchten, ging`s ihm etwas besser.
Der Sauerstoffanschluss war gelegt und auch das Schleim
absaugen im Mundraum wurde gemacht. Irgendwie wird er
im Krankenhaus mehr betüddelt als im Pflegeheim?
Seltsame Zeiten sind das.

Suspect


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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:26

Jan. 2015

Mit 47 Jahren

Ein Stück Heimgeschichte: in dem kleinen Andachtsraum ist ein neues Foto hinzugekommen. Unfassbar.
Es ist der freundliche Herr aus dem Büro, zu dem wir von Zeit zu Zeit gingen, um das Taschengeldkonto
aufzufüllen. Und der uns immer dann die Post aushändigte, wenn die Rezeption grad mal unbesetzt war.
Und nun ist er hinübergegangen.





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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:30


Fundsache aus dem Jahre 2014



Auf unserem täglichen Spazierweg durch den Gutspark steuerte eine ältere Frau aus einem Nebenweg direkt auf uns zu. Energetisch sehr unangenehm, als wollte sie uns mit einer Lanze durchbohren, aber statt einer Lanze hielt sie uns einen Zettel hin, mit einem handgeschrieben Gedicht. Ich fragte mich, wo ist jetzt der Haken? Was will sie wirklich von uns. Die Dame wurde eindringlicher und sprach, das sei ein schönes Gedicht und sie hätte es schon gelesen und bräuchte es nicht mehr. Ich ergab mich und nahm der Dame wortlos den Zettel ab. Die Dame sagte dann "bitte schön", als ob ich mich gerade bedankt hätte. Stutz. Sollte das ein Wink mit dem Zaunpfahl sein?

Wir gingen dann in verschiedenen Richtungen weiter. Am Ende des Weges überholte sie uns plötzlich und presste einen weiteren Zettel samt einem Bibelheftchen an meinen Arm. Ich ergab mich wieder und nahm ihr auch das noch ab. Sie sagte: "ich gebe Ihnen das auch noch, weil Sie vorhin so freundlich waren." Stutz. Das war aber kein Wachturm, sondern eine Bibel Info der Stiftung Genfer Bibelgesellschaft mit der Adresse Romanel s/Lausanne. Jetzt hab ich hier Infos aus der Schweiz, wie z.B. 50 Jahre Haus der Bibel Basel und Aktuelles aus dem Haus der Bibel Zürich.




Kommentar:
Genf ist hier betont als Sachverhalt,
Bibelgesellschaft ist hierbei nicht wichtig.
Für Maitreya ist Genf ein wichtiger Ort.
Man kann andere Sachen damit abarbeiten.

Mit einer Lanze durchbohren? Nicht persönlich nehmen.
Katzen können Kumara - Opferbereitschaft (wo ist der Haken).

Erinnerung an die auf einen Punkt gerichtete Meditation
des westlichen Kaufmanns - alles in dem einen Punkt sammeln,
das kann Jahre dauern, bis man ein Symbol erhält.

Wink


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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:32

April 2015

Heimgeschichten

Irgendwas lag in der Luft.
Mittags wollte ich an der Rezeption nach Post fragen, aber sie hatten schon Feierabend.
Im Büro war noch jemand und wollte dann nachgucken. Das rief Bewohner P. auf den Plan.
Er rollte zu uns, um leise bis fast unhörbar seinen Wunsch nach einer Flasche Bier kundzutun.
Oha! Warum er das denn nicht früher schon gesagt hätte?
Er war doch die ganze Zeit in der Nähe, als der Verkaufstresen noch draußen stand.
Und jetzt war alles schon weggeschlossen!

Öhm, sehr ungemütlich. Nix wie weg hier. Ging nicht, der Ausgang war versperrt.
Eine Bewohnerin im Rollstuhl wollte rein, hatte aber keine Kraft mehr.
Sie reagierte auch anders als sonst, das sah nach einem kleinen Zusammenbruch aus.
Der Herr aus dem Büro kümmerte sich gleich um sie.

Und am Abend? Hatte wieder jemand schlapp gemacht, es waren schon Helfer eingetroffen.
Als ich zu meinem Vater ins Zimmer wollte, winkte Frau K. am Ende des Flurs mich zu sich ran:
"Bitte setzen Sie sich doch mal zu mir. Nur für einen Moment." Sie war umgeben von Zeitungs-
Seiten und ganz erschüttert, über das, was sie in der Zeitung gelesen hatte.
Hamburg muss ja total zerstört worden sein, meinte sie dann. Oh? Wieso das denn?
Aber ihr fehlten die Worte. Und ich konnte ihr nur empfehlen,
statt einer Zeitung lieber ein Heft mit Fotos der Königskinder zu erstehen.

scratch
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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:33


März 2015

In Sturm und Regen

Frau M. war vor einiger Zeit aus ihrer Seniorenwohnung in ein Zimmer im Pflegeteil gezogen.
Ihr Namensschild hatte uns das kundgetan und wurde auch von einem anderen Bewohner bestätigt.
Heute sah ich sie erstmalig nach ihrem Wechsel wieder draußen, in Sturm und Regen. Sie kam aus
dem Lottoladen und trat nicht gleich den Rückweg an, sondern ging mit mir noch weiter im Regen. Plötzlich
klappte sie den Rollatorsitz nach oben und der Wind griff in das darunterliegende Korbgestell. Hui, ein
Lottoschein sauste auf die andere Straßenseite. Die übrigen Lottoscheine konnten wir noch festhalten.
Dadrunter lag lose ein größeres Foto, für das sie einen Bilderrahmen kaufen wollte.

Auf der anderen Straßenseite ging sie zu dem ersten Taxi, weil sie sich einbildete, ihren verlorenen
Lottoschein unter dem Taxi gesehen zu haben. Das Taxi fuhr vor, es war aber kein Lottoschein zu sehen.
Wir gingen noch ein Stück gemeinsam und sie berichtete von dem Drama des Umzugs. Tochter und
Schwiegersohn waren wütend, weil das neue Zimmer teurer ist und sie mehr zuzahlen müssen. Die Tochter
hat sich inzwischen entschuldigt, aber der Schwiegersohn nicht. Mit dem redet sie nicht mehr.




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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:35

Febr. 2015

Oh, je ...

Wie soll man bloß umgehen mit dem Verhalten, z.B. der älteren Dame, die wir letzte Woche erstmalig auf dem Flur trafen. Sie wollte unbedingt mit uns in den Fahrstuhl steigen, als wir nach Hause strebten. War sie wirklich nur zu Besuch da gewesen? Hatte sie wirklich nur ihre Tochter besucht? Nein, leider nicht. Man wollte sie nicht in ihr Haus lassen, die haben ihr die Schlüssel weggenommen, erzählte sie uns. Aber sie wird zur Polizei gehen. Sowas kann man mit ihr nicht machen. - Und heute trafen wir sie wieder. Eine Schwester war gerade dabei, sie und eine weitere Bewohnerin ins Zimmer zu begleiten. Das wollte die besagte Dame aber auf keinen Fall: fassen Sie mich nicht an! Lassen Sie mich los! Sie denken wohl, ich bin blöd. Ich werde die Polizei holen. Und lassen Sie mal die beiden durch (sie hatte uns erblickt). Nein, die beiden wollen hier gar nicht durch, die werden jetzt mit dem Fahrstuhl fahren, erklärte die Schwester. Genau, wir fuhren mit dem Fahrstuhl und fragten uns, ob die Schwester die Nerven behalten würde.

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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:37

Febr. 2015

Heimgeschichten

War heute Vollmond? Nein, der war vorgestern.
Heute Mittag gingen wir nicht durch den Gutspark, wie sonst immer,
sondern an der Hauptstraße entlang, weil da die Sonne so schön schien -
es war nämlich bitterkalt, aber die Sonne schien uns auf den Rücken.
Das war angenehm.

Wir kamen somit durch den Haupteingang ins Gebäude.
Bei der Rezeption saß wieder der "Greifvogel" im Rollstuhl, mit starrem Blick,
immer auf den Eingang gerichtet. Die Dame ist stets in Rosa gekleidet,
aber ihr Gesicht sieht aus, als ob es dieses Rosa hassen würde.
Wenn ich am Abend durch den Haupteingang gehe, sitzt sie auch dort
und ihr Blick tötet mich dann, wie praktisch, jeden Abend neu geboren.
Als ich später mit dem Mütterlein nach Hause gehen wollte und dem Greifvogel
ein fröhliches Tschüß zurief, war die Antwort: ihr blöden Tussis !

Zurück zum sonnigen Mittag: wir mussten erstmal stehen bleiben, weil ein
Pfleger eine Bewohnerin auf einem Bürostuhl eilig Richtung Fahrstuhl schob.
Wir wollten wie immer mit ihr scherzen, aber sie zitterte am ganzen Körper.
Der Sohn folgte mit ihrem Rollator. Sie waren vom Spaziergang zurück
und offensichtlich hatte die Bewohnerin schlapp gemacht.

Nach der üblichen Verabschiedung wollte ich durch eine Nebentür rausgehen,
musste aber erstmal einen Pfleger reinlassen, der draußen eine verirrte Bewohnerin
aufgelesen hatte, die im dünnen Pullover entwischt war. Ihren Namen hatte er
schon rausgekriegt, aber in welches Stockwerk sie wollte, wusste sie nicht.
Es passierten noch mehr schräge Dinge im Heim, aber ich glaube, es reicht.

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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:39


Nov. 2008

Das Schaf drauf haben

Irgendwie begann es mit dem Thema "Kriegseinsatz" ins Heim:
früher ging ich zeitig los, um dann zum 17:11 Uhr Gespräch zurück zu sein.
Das war, als Wotan am Wochenende hier war - aber seit er aus Hamburg weg ist,
bin ich jedesmal etwas später losgegangen, weil die Protokollarische an mir zog,
dass ich länger bleiben und sie nach Hause begleite solle und somit war ich
die letzten Male erst gegen 19 Uhr zurück.

Kommentar:
man müsse sowas hier unten besprechen, in der Wohnung.
Es würde nichts nützen, das immer nur geistig drauf zu haben,
das wären alles nur Erscheinungen.

Erstmal hier unten ein ganz normales "Schaf-Dasein".
Wenn ich das Schaf nicht drauf habe, wie will ich dann Widder sein
und wenn ich den Widder nicht drauf habe, wie will ich dann Schäferhund sein
und wenn ich den Schäferhund nicht drauf habe, wie will ich dann Hirte sein?

Und wenn das innere Schaf mal nicht will, dann nicht gleich schlachten,
sondern das Schaf erstmal anhören und Lösungen finden. Teilen schafft Vertrauen!
Wenn ich gut mit dem inneren Schaf umgehe, dann steckt es mir auch mal was.
Also, kleine Brötchen backen. Erst den Abwasch erledigen,
dann kommt das andere von allein.




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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:43



Dez. 2014



Kaminzimmer statt Musikzimmer

Es gibt jetzt ein Kaminzimmer.
Das Kaminfeuer flackert vor sich hin
und sieht total echt aus, hab gestaunt.





Die Hand ins Feuer legen.
Neulich trafen wir den Pfleger Hermann und fragten ihn, wie das Feuer so echt aussehen kann.
Er ging hin und hielt erstmal seine Hand ins Feuer. Dann zog er die Schublade unterm Feuer raus
und zeigte uns Lampen und ein Gefäß mit Wasser, aus dem Wasserdampf hochsteigt. Wir hatten
die Heimgeschichte auch nach Berlin geschickt. Der Onkel erinnerte an die römische Geschichte,
wo jemand seine Hand ins Feuer hielt, bis sie verkohlte.


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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:44


Mai 2014

Sauber im Konflikt

Es gab wieder eine Begegnung, neulich mit einer Dame und einem Bibelheftchen und diesmal mit zwei Mormonen (wie immer in weißen Hemden). Wir waren fäddisch von den Heimerlebnissen. Den ganzen Nachmittag war das Röcheln zu hören (wieder alles verschleimt) und bei den Hustenanfällen kam es gleichzeitig unten raus - der Geruch war sehr unangenehm.

Weit und breit kein Personal zu sehen. Die waren in den Zimmern mit Essen anreichen oder schon mit Leute ins Bett bringen beschäftigt. Schweren Herzens gingen wir irgendwann und hinterließen ein weinendes Häuflein Elend. Aber zuletzt trafen wir doch noch eine Schwester, die eine Bewohnerin im Schlepptau hatte und die versprach, sich anschließend zu kümmern.

An der Ampel bogen wir noch ab zu einem Bastelladen, um die Schaufenster anzugucken und die Heimerlebnisse dabei zu verarbeiten. Wir standen völlig ins Gespräch vertieft und diesen Moment wählten die beiden jungen Männer, um uns anzusprechen. Nein, danke. Das Visitenkärtchen wurde nach Berlin geschickt. Das Bibel Heftchen auch, zusammen mit dem Berner Boten.
Ein DIN A 5 Umschlag hat viel Platz.

Kommentar: die Mormonen sind insgesamt seriös. Zwar nicht das Ultimative, aber sie halten ihre Kontakte sauber im Konflikt. Ja, danke.
Der Status von vor 40 oder 100 Jahren hat sich nicht geändert, aber bewahrheitet.


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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:45


Febr. 2014

Vom Himmel gefallen?

Auf unserem Heimweg hatten wir heute ein kleines Erlebnis.
Wir gingen an wartenden Autos vorbei, weit und breit kein Fußgänger,
da tauchte wie aus dem Nichts ein Mann neben mir auf,
als wäre er pardautz vom Himmel gefallen.

Hab mich so erschrocken und ganz abrupt zu ihm umgedreht,
was sonst gar nicht meine Art ist (ich warte eher ab und beobachte das aus dem Augenwinkel).
Zunächst ging er weiter, kehrte aber wieder um und zeigte mit dem Finger auf meine Mutter
und sagte ganz dramatisch zu ihr:

"Das Eine will ich Ihnen sagen!
Sie denken, Sie sind abgeschrieben.
Aber das sind Sie noch lange nicht.
Sie sind die Zukunft !!!"

Dann ging er forschen Schrittes voran,
zielgerade über eine vierspurige Straße -
die Fußgängerampel zeigte ROT.

cherry

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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:49


Jan. 2014

Heimgeschichten

Eine Fernsehsendung zum Lesen:
Der Pflege-Check

Was tun, wenn Eltern Hilfe brauchen?
http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/pflegecheck109.html

scratch


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Beitrag  Der Kapitän am Fr 27 Apr 2018 - 8:51


Okt. 2013

Fünf Dinge

die Sterbende am meisten bedauern
http://www.welt.de/vermischtes/article13851651/Fuenf-Dinge-die-Sterbende-am-meisten-bedauern.html

study


1. "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben"

2. "Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet"

3. "Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken"

4. "Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten"

5. "Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein"


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